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Raumausstatter gestalten Ihr Zuhause

Ein kreatives Handwerk sorgt für Wohlgefühl

Wenn Sie es zuhause gern schön und behaglich haben – und wer möchte das nicht – sind Sie bei einem Raumausstatter-Meisterbetrieb gut aufgehoben. Hinter dieser noch recht jungen Berufsbezeichnung „Raumausstatter“ für ein altes, traditionsreiches Handwerk verbirgt sich ein hoch qualifizierter Fachmann rund um das Wohnen mit textilen Materialien aller Art. Wohnen ist hier in einem umfassenden Sinn zu verstehen. Raumausstatter-Meister verfügen über ein fundiertes Fachwissen. Sie gestalten unter Beachtung der Gesetzmäßigkeiten von Farbe, Form und Materialien überwiegend private Wohnräume.

Aber auch bei der Ausstattung von Geschäftshäusern und Büroräumen, Theater– und Konzerthallen, Hotels und Gaststätten ist ihre Kreativität und ihr Einsatz unentbehrlich. Der Raumausstatter-Meister verlegt Teppich- und Kunststoffböden, bekleidet Wände und Decken mit Textiltapeten und Stoffen, entwirft und fertigt Polstermöbel, restauriert wertvolle alte Sofas und Sessel und gestaltet Fensterdekorationen.

Beratung wird großgeschrieben

Der Raumausstatter-Meister versteht sich als Berater in Wohnfragen und nimmt diesen Teil seines Berufes so wichtig wie das Ausführen seines Handwerks. Er informiert über Materialeigenschaften und deren Pflege. Bevor ein Raum mit Teppichboden ausgestattet wird, prüft der Raumausstatter-Meister den Untergrund und bereitet ihn entsprechend vor. Bei einer Fensterdekoration findet der Raumausstatter-Meister unter Berücksichtigung des Kundenwunsches und der räumlichen Gegebenheiten den richtigen Stil. „Wenn ein Kunde zum ersten Mal mein Geschäft betritt“, so ein Raumausstattermeister, „frage ich ihn nicht nur nach seinen Vorstellungen zur Fensterdekoration, Wandbekleidung oder was er gerade wünscht. Ich bemühe mich vor allem, seine Persönlichkeit zu erfassen. Ich bin der Meinung, dass die Ausstattung der Wohnung wesentlich zur Entfaltung der Persönlichkeit beitragen kann, nicht nur bei Kindern und Jugendlichen. Auch bei Erwachsenen habe ich erlebt, wie sie sich in einem neu ausgestatteten Raum nicht nur wohler fühlten, sondern sich auch selbstbewusster und freier bewegten.“ Die erste Kontaktstelle zwischen Kunde und Raumausstatter ist meist das Ladengeschäft. Der Trend geht hin zu großzügigen Ausstellungsräumen, in denen man ganze Wohneinheiten zeigen kann. Ausstellungsstücke, Stoffmuster und Fotos unterstützen sowohl den Raumausstatter-Meister als auch den Kunden, das individuell „Richtige“ für den Kunden und seine Wohnung einzugrenzen. Im Laufe des ersten Beratungsgespräches werden vage Vorstellungen konkretisiert und neue Aspekte herauskristallisiert. Hier wird das kreative, künstlerische Moment des Raumausstatterberufes deutlich. Mit Skizzen und Collagen verdeutlicht der Raumausstatter Farb– und Materialkombinationen und zeigt mehrere Möglichkeiten der Gestaltung auf. Der Raumausstatter-Meister hat ein verstärktes Wissen in den Farbenlehren, Farbsystemen und den psychologischen Wirkungen der Farben. Er kommt auf Wunsch des Kunden in seine Wohnung, um dort unter den gegebenen Raum– und Lichtverhältnissen seine Stoffe zu testen. Dies ist dann besonders wichtig, wenn zu bereits Vorhandenem die passende Ergänzung gesucht wird. Eine solche Beratung ist natürlich sehr aufwendig und stellt hohe Ansprüche an den Raumausstatter.

Maßarbeit von Meisterhand

Schönes Wohnen beginnt beim Boden Teppichboden ist laut Angaben der Europäischen Teppichgemeinschaft der beliebteste Bodenbelag für private Wohnräume. Teppichboden empfinden die Menschen als warm und weich, angenehm und nachgiebig mit Schuhen und beim Bahrfußlaufen. Der Raumausstatter-Meister beherrscht verschiedene Techniken zum Verlegen von Teppichboden. Ob mit Leisten verspannt oder mit welchem Material verklebt wird, entscheidet er erst nach gründlicher Prüfung des Untergrundes. Der richtige Kleber entscheidet gerade in Altbauwohnungen oft darüber, ob der Teppichboden auch noch nach Jahren glatt liegt oder schon nach kurzer Zeit Wellenlinien bildet und zum „Stein des Anstoßes“ wird. Übrigens garantieren Hersteller nur dann für ihr Produkt, wenn der Teppichboden fachgerecht verlegt worden ist. Da viele Betriebe nicht nur „Maßarbeit von Meisterhand“ liefern, sondern auch Ladengeschäfte führen, wo konfektionierte Heimtextilien verkauft werden, sind auch die Liebhaber schöner, wertvoller Teppiche beim Raumausstatter-Meister bestens aufgehoben.

Vom „tapissier“ zum „Raumausstatter“

Textile Wandbespannungen haben sich bewährt. Es ist die älteste Art, Wände und Decken zu verschönern. Textile Wandbespannungen sind - entgegen einem Vorurteil - sehr hygienisch. Der Raumausstatter-Meister kann bestimmte Bespannungen abnehmen, reinigen und wieder anbringen, sie also wie eine Gardine behandeln.

Die Dekoration des Fensters mit Gardinen und Vorhängen ist ein wesentliches Element für die Ausstrahlung eines Raumes. Überlegungen, dass fremde Blicke private Sphäre stören könnten, spielen sicher eine wichtige, jedoch nicht allein entscheidende Rolle. Weit entfernt von rationalen Momenten gilt ein Raum ohne Gardine oder Vorhang den meisten Menschen hierzulande nicht als wohnlich. Auch bei Fenstern, die Blicken von draußen unzugänglich sind, wünscht man sich eine Dekoration. Ebenso wie beim Material und der Art der Dekoration berät der Raumausstatter-Meister auch bei der Frage nach dem Zubehör: Technisch perfekte und mit dem Stil der Dekoration harmonierende Schienen oder Stangen, und nicht zu vergessen die Posamenten, Besätze und Borten, die den eleganten, romantischen oder repräsentativen Charakter einer Gardine oder eines Vorhanges betonen. Sicherlich kann auch der Laie ein Fenster ausmessen, doch wie sieht es mit der anschließenden Reklamation aus, wenn die Dekoration nach dem Aufhängen oder nach der ersten Reinigung nicht stimmt?

Der Berufsstand des Raumausstatter-Handwerks hat seinen Ursprung im französischen „tapissier“. Dieser Name geht zurück auf den Wandteppich, 800 Jahre lang das wichtigste dekorative Raumelement. Vom französischen Königshof, an dem der „tapessier“ war, gelangten Beruf und Berufsbezeichnung an die anderen europäischen Höfe. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts finden wir in Deutschland neben dem „Hofta-pezierer“ den „bürgerlichen Tapezierer“. Bis 1965 gab es die beiden Berufsbezeichnungen Polsterer-Dekorateur und Tapezierer-Dekorateur. Um sich ihren Kunden als einheitlichen Berufsstand präsentieren zu können, suchte man nach einem neuen Namen, zumal auch das Bodenlegen als eine wesentliche Tätigkeit hinzukam. So haben wir heute den Raumausstatter, der ein wenig Künstler und Psychologe, Wohnberater und Handwerker in einer Person ist.

 

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